EM 2016: So landen Sie auf gar keinen Fall auf der Ersatzbank

So wie bei jeder großen Sportveranstaltung, wird es auch bei den UEFA Europameisterschaften 2016 Gewinner und Verlierer geben – im Fußball, aber auch im Einzelhandel. Im Vorfeld zum großen Auftaktspiel im nächsten Monat haben wir auf die EM von 2012 zurückgeschaut und möchten prognostizieren, welche Auswirkungen das Turnier auf die Besucherzahlen im Einzelhandel diesen Sommer haben wird.

Einmal mehr zählen die Einzelhändler und Einkaufszentren darauf, dass es bereits vor dem Start der EM einen Fußball-Hype geben wird. Die Fans decken sich mit neuesten Fanartikeln ein und kaufen spezielle Lebensmittel und Getränke. Analysten sagen voraus, dass in britischen Pubs, Supermärkten und Sportgeschäften insgesamt drei Milliarden Pfund ausgegeben werden, da Großbritannien zum ersten Mal seit 1958 mit vier Teams vertreten sein wird.

Zudem erwartet der Hauptsponsor Puma noch vor dem Anstoß einen globalen Gewinnanstieg von 9%. Es stellt sich jedoch die Frage, ob überall auf der Welt dieser Anstieg an Konsumaktivitäten auch bestehen bleibt, wenn das Turnier erst mal in Gange ist.

Machen wir doch mal eine kleine Reise in die Vergangenheit und betrachten uns was letztes Mal geschah. Was können Einzelhändler und Einkaufszentren lernen?

Eine Sache steht fest: Für die Gastgeber zahlt sich das Turnier im Einzelhandel extrem aus. Als im Jahr 2012 ein Teil des Turniers in Warschau stattfand, war Polen die herausragende Region mit wöchentlich steigenden Besucherzahlen von durchschnittlich 5,3% während des gesamten Turniers – auch als Polen schon längst ausgeschieden war.

Dies steht im krassen Kontrast zu den nicht gastgebenden Ländern: in allen anderen Regionen gingen die Einzelhandelsverkehre während der Vorrundenspiele zurück, da die Konsumenten zu Hause blieben um die Spiele anzusehen. Eine Verbesserung konnte in Läden und Einkaufszentren erst wieder beobachtet werden, als die Teams ausgeschieden waren oder das Finale erreicht hatten.

Betrachtet man sich die Regionen, welche gut abgeschnitten haben, so sieht man, dass Halbfinalist Portugal in den letzten beiden Wochen der EM 2012 jeweils eine wöchentliche Steigerung der Besucherzahlen von 5,1% verzeichnen konnte. Die Europameister 2012, Spanien, erreichten einen Anstieg der Besucherzahlen von 20,6% in der letzten Woche des Turniers. Einzelhändler in diesen Fußball-verrückten Nationen können also davon ausgehen, dass die Konsumentenaktivitäten stark ansteigen werden, sollte Ihr Team die Finalrunden bei der EM 2016 erreichen.

Im Gegensatz dazu gingen in Deutschland die Besucherzahlen in allen drei Wochen der EM 2012 im Durchschnitt um 3,3% pro Woche zurück. Ein Grund könnte gewesen sein, dass die Menschen alle wie gebannt vor dem Fernseher saßen bis Deutschland es ins Halbfinale geschafft hatte. Das gleiche erfuhr auch England, wo die Besucherzahlen in den Wochen vor dem Halbfinale jeweils um 3,1% zurückgingen, um dann um 1,9% anzusteigen, als das Team ausgeschieden war.

In jedem europäischen Land hat ein EM-Spieltag so lange Auswirkungen auf die Einzelhandelsverkehre, wie das Team noch im Turnier mitspielt. Der Vergleich mit den Vorjahreszahlen bei Einzelhändlern und bei Einkaufszentren zeigte eindeutig einen Rückgang zwischen 10 und 20 Prozent während der Viertel- und Halbfinale und des Endspiels bei der EM 2012. Vergleicht man die Kundenverkehre an Spieltagen, mit denen einen Monat früher, sind die Unterschiede noch signifikanter wenn es sich dabei um ein Wochenende handelte. Dies lässt für dieses Jahr erwarten, dass bei Spielen der eigenen Mannschaft die Einzelhandelsverkehre negativ beeinflusst werden.

Ab dem 10. Juni rollt der Ball in Frankreich und FootFall wird in Kürze noch mehr Fußball-fokussierte Trends und Statistiken für den Einzelhandel veröffentlichen. Jetzt ist jedoch bereits der Zeitpunkt erreicht, an dem Einzelhändler und Einkaufszentren agieren müssen.  Der EM-Hype hat schon längst begonnen, und Regionen mit teilnehmenden Teams sollten zusehen, dass sie den Nationalstolz noch weiter anfeuern und damit die Konsumaktivitäten steigern, bevor diese wieder abflauen, wenn das Turnier erst mal in Gange ist.

Um mehr herauszufinden, wie große Sportereignisse die individuelle Leistung Ihres Unternehmens beeinflussen können, sprechen Sie mit FootFall über unsere Site Analytics.

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