Der Mode-Einzelhandel: eine globale Momentaufnahme

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Von ShopperTrak on 20-05-15

“Die Modeindustrie ist gesättigt ”, bemerkte der ehemalige Chef von Nina Ricci und Richas, Olivier Theyskens, zu Beginn des Jahres.

Ob Einzelhändler nun dieser Aussage zustimmen oder nicht, es ist definitiv eines der meist umkämpften Segmente. Die Modemarken verändern ständig Trends, um mithalten zu können, und Kundenerwartungen nehmen zu.

Es erscheinen kontinuierlich neue Kleidungsstücke und Accessoires, was bedeutet, dass die Verkaufsstrategien regelmäßig angepasst werden müssen. Dies kann jedoch irrelevant werden, da sowohl wirtschaftliche, ökologische als auch kulturelle Einflüsse beginnen, die Kaufentscheidungen der Kunden zu beeinflussen.

Wenn man also alles dies berücksichtigt – wie stehen die Mode-Einzelhändler eigentlich da?

Unser Fashion Conversion Benchmarking Report untersucht die Umwandlungsrate solcher Unternehmen in 21 Ländern im Jahr 2014 und enthüllt einige interessante Ergebnisse.

Asien / Pazifik (APAC)

Insgesamt verzeichneten die Mode-Einzelhändler in APAC in 2014 eine durchschnittliche Umwandlungsrate von 7% und zeigten gute Leistungen in allen Bereichen. Tatsächlich ist die Republik Korea das einzige Land mit einer negativen Wachstumsentwicklung im Vergleich zum Vorjahr.

Hongkong führt die Liste der APAC-Länder an, wenn es um die Performance der Einzelhändler mit Mode aus allen Preissegmenten geht. Die durchschnittliche Umwandlungsrate lag bei 9,3%, eng gefolgt von Singapur mit 9,1%.

Gleichzeitig hatte Hongkong aber auch die am meisten schwankende Umwandlungsrate über das gesamte Jahr gesehen, mit Höchstwerten von 21,5% und Tiefstwerten bis 4,9%.

Wenn man die Zahlen noch weiter näher analysiert, kann man sehen dass Hongkong vor allem im mittleren Marktsegment sehr gute Erfolge verzeichnet und direkt hinter Australien in dieser Kategorie liegt. Vor allem der starke Lohnanstieg gekoppelt mit niedrigen Arbeitslosenraten ist für den Anstieg des frei verfügbaren Haushaltseinkommens verantwortlich und somit auch für den großen Erfolg des Landes.

Die Konsumenten in Singapur haben das stärkste Verlangen nach Premium-Modemarken, gefolgt von Hongkong und Japan. Trotzdem zeigen die Ergebnisse, dass die dortige Umwandlungsrate niedriger ist als bei Einzelhändlern im mittleren Segment. Dies liegt vor allem darin begründet, dass Konsumenten längere Bedenkzeit für Produkte mit hohem Wert benötigen.

Europa

Das Interesse an Modeartikeln in Europa ist noch höher als in den APAC-Ländern und die Umwandlungsrate lag 2014 im Durchschnitt bei 11,4%.

In Belgien verzeichnete man die höchste durchschnittliche Umwandlungsrate mit 14,2%, dicht gefolgt von Irland und den Niederlande mit 13,8% beziehungsweise 13,7%. Österreich hatte mit 6,1% die niedrigste Rate, trotzdem sich das Land viel besser gegen die Eurozonen-Unsicherheiten gewehrt hatte als viele seiner Nachbarn.

Im Gegensatz zu den APAC-Ländern, tendieren die Einkaufsgewohnheiten in Europa eher in Richtung budgetierten Ausgaben. Während des letzten Jahres verzeichneten die Einzelhändler im unteren Marktsegment (Discounter) extrem hohe Umwandlungsraten mit bis zu 22,9%. Die Niederlande und Großbritannien tätigen am regelmäßigsten ihre Einkäufe in solchen Läden und zeigen damit, dass sie trotz zugenommenem Modebewusstsein immer noch vorsichtig mit ihren Ausgaben sind.

Die Einzelhändler im mittleren Marktsegment zeigten in 2014 ebenfalls gute Leistungen und wandelten 13,9% ihrer Kundenbesuche in tatsächlichen Umsatz um. Das Premium-Modesegment scheint in dieser Region jedoch nicht so populär zu sein, denn es erreichte in 2014 nur eine durchschnittliche Umwandlungsrate von 5%.

Für einen vollständigen Bericht über die globalen Aktivitäten der Modebranche können Sie unseren Fashion Conversion Benchmarking Report herunterladen. Sie bekommen ebenfalls Zugriff auf die neuesten Daten der anderen Märkte indem Sie unseren FootFall Trend Center besuchen.

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