Les soldes d’hiver und die französische Kunst der Besucherzahlen-Generierung

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Von ShopperTrak on 19-01-18

Die französische Tradition, im Januar und Februar Mega-Ausverkäufe zu veranstalten – les soldes d’hiver -, ist ein wie ein Fortgeschrittenenkursus zur Generierung von Besucherzahlen. Dieses Ereignis peppt eine Zeit auf, die oft die düsterste Zeit des Jahres ist, und kann Einzelhändlern einen kommerziellen Schub geben, wenn dieser am meisten benötigt wird. Unsere Empfehlung zur Umsatzmaximierung und für gute Stimmung während der „les Soldes“ besteht darin, genau zu wissen, wann die Spitzenzeiten der Schnäppchenjagd anbrechen und sich entsprechend darauf vorzubereiten.

2018 finden die Winterschlussverkäufe in ganz Frankreich zwischen dem 10. Januar und dem 20. Februar statt, obwohl die Daten in verschiedenen Teilen des Landes leicht abweichen können. Einzelhändlern wie Carrefour, Gap, Mango, Gucci, Bon Marché und Lacoste bieten große Preisnachlässe an – und sie alle setzen Werbemaßnahmen ein, die sowohl online als auch im Geschäft die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Le Parisien zufolge erstreckt sich der sechs Wochen dauernde Mammut-Ausverkauf über Modeartikel, Sportbekleidung, Zubehör, High-Tech, Garten- und Heimwerkerartikel sowie Einrichtungsgegenstände. Und die Rabatte während dieses Zeitraums sind beträchtlich – in der Regel 30-50% zu Beginn und bis zu 70% im weiteren Verlauf des Ausverkaufs.

Es lebe der Unterschied!

Während die meisten europäischen Länder ihren winterlichen Höhepunkt Ende Dezember erleben, fällt in Frankreich der geschäftigste Einkaufstag der Saison oft mit dem Beginn von les soldes zusammen, häufig am nationalen Dreikönigsfesttag.  Natürlich ist der Weihnachtseinkauf in Frankreich von entscheidender Bedeutung, aber die Winter-Ausverkäufe erzeugen derzeit ein noch stärkeres Interesse und höhere Verkehrszahlen.

Die Daten von ShopperTrak zeigen, dass Freitag, der 9. Januar den ersten Preis für den besucherreichsten Einkaufstag der Feiertagszeit 2016/2017 bekommt und Freitag, der 10. Januar der Spitzeneinkaufstag in 2015/2016 war.

Wir erwarten zum Beginn der diesjährigen Winterverkäufe ein ähnlich hohes Kundenaufkommen. Teilnehmende Geschäfte zielen darauf ab, das Interesse der Käufer an Schnäppchen und Einzelhandelsdrama bis zum 20. Februar gleichbleibend hoch zu halten.

Goldregen bei der Schnäppchenjagd

Les soldes d’hiver ist eine Besonderheit in Frankreich, da es die einzige Zeit des Jahres ist, in der französische Geschäfte legal Waren mit Verlust verkaufen dürfen. Und das zieht die Massen an und erzeugt Umsatz. Die überwiegende Mehrheit — 75,2% aller Franzosen — hat im Jahr 2017 an den Winterverkäufen teilgenommen, was beweist, wie wichtig diese Veranstaltung für die Einzelhandelsgruppe ist. In diesem Jahr beträgt das durchschnittliche Budget laut Ifop-Institut € 197 pro Haushalt.

Käufer lieben die schiere Dramatik des Wartens auf die besten Preise der begehrenswertesten Produkte. Frankreichs hauptsächliche Kaufhäuser — wie die Galeries Lafayette, Printemps und Le Bon Marché —  sind für ihre spektakulären Nachlässe auf Top-Marken bekannt. Da die Geschäfte keine Waren speziell für den Ausverkauf einkaufen dürfen, werden die Preise derjenigen Produkte reduziert, die sich schon in den Läden befinden. Dies ist eine gute Nachricht für Käufer, die Designer-Kleidung oder -Schuhe zu erschwinglichen Preisen suchen, da selbst die großen Modemarken wie Chanel, Christian Dior und Louis Vuitton ihre Preise senken.

Für Käufer bieten sich hier Möglichkeiten, doch Spaß beim Einkaufen zu haben, auch wenn die persönlichen Finanzen durch Weihnachtsexzesse angeschlagen sind. Für den Einzelhandel besteht das primäre Ziel der les soldes darin, Altbestände zu räumen und Platz für die Frühjahrs- und Sommerkollektionen zu schaffen.

Es gibt noch weitere Vorteile: Das schlechte Winterwetter stellt kein Hindernis mehr dar, wenn die Veranstaltung in vollem Gange ist. Wenn Produkte, Preis und Service gut sind und die Erfahrung angenehm ist, wird Markenwert erzeugt.

Frühjahrskollektionen können hier ebenfalls eine Rolle spielen, wobei Neuerscheinungen — zum vollen Preis — die Auslagen dominieren. Dies gibt den Käufern eine verführerische Vorschau auf mögliche neue Outfits und Accessoires. In der Zwischenzeit nutzen die klügsten Einzelhändler die Gelegenheit, Kunden für Treueprogramme zu gewinnen und Marketing-Kommunikation aufzusetzen, was im kommenden Jahr kommerzielle Gewinne bringen könnte.

Les soldes verändern sich

Einzelhändler, die auf dem französischen Markt tätig sind, kommen in den Genuss diverser Spitzenzeiten während des Winterhandels – Weihnachten, Dreikönigstag und les soldes. Dieser Hattrick der Spitzenwerte im Dezember und Januar hält die Geschäfte in Atem und die Kassen klingeln den ganzen Winter über. Aber in der französischen Geschäftswelt wächst der Eindruck, dass die Verbraucher möglicherweise Schwierigkeiten haben, ihr Interesse über einen solch langen Zeitraum aufrechtzuerhalten.

Obwohl der Ausverkauf derzeit sechs Wochen dauert, wird die Verkaufszeit nach Beratungsgesprächen, die im Sommer begonnen hatten, im Jahr 2019 voraussichtlich um zwei Wochen verkürzt werden, so Delphine Gény-Stephann, Staatssekretärin für Wirtschaft. Sie sagte in Le Parisien: „Die [Verkaufs-] Fachleute haben den Wunsch geäußert, die Dauer der Sommer- und Winterverkäufe zu reduzieren, um die Aufmerksamkeit zu fokussieren und mehr Dringlichkeit zu kreieren, da in der Wahrnehmung der Verbraucher ein Zeitraum von mehr als einem Monat zu lang ist und das Interesse abschwächt.“

Für Filialunternehmen, die während dieser Verkaufsperioden zunehmend mit Preissenkungen im Online-Bereich konkurrieren, könnte dies eine gute Nachricht sein. Ein konzentrierterer Fokus auf die Bedürfnisse der Schnäppchenjäger über den Zeitraum nur eines Monats würde bedeuten, dass Altbestände schneller geräumt werden und man rascher zu Verkäufen zum vollen Preis zurückkehren kann. Durch die geschickte Nutzung von Geschäftsdaten – wie Aufenthaltsdauer, Verkehrsfluss und Benchmarking des Kundenverhaltens – können die Vorgänge rund um den Verkauf gestrafft und besser ausgerichtet werden, was den Verbrauchern eine weit bessere Erfahrung bei der Schnäppchenjagd bieten kann.

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